Sep 292009
 

Als Jimmy und ich Dresden besuchten, war Jimmy geschockt von den alten Frauen, die mit Ellebogen rudernd durch die Gegend stapften. Beeindruckt hatte ihn ebenso ein Oemchen, dass ihren Wunsch, neben Jimmy durch den Gang gehen zu wollen, mit einem kraeftigen Schub des Einkaufswagens in seine Hacken bemerkbar machte. Als ihn dann noch eine aeltere Dame vom der Haltestelle wegrueffelte war fuer ihn ein neuer Stereotyp geschaffen. All das ist eine Weile her, als ich jedoch Roberts neues Gedicht Allgemeine Schutzverletzung las, musste ich unweigerlich daran denken.

Allgemeine Schutzverletzung

Ruppig und kühl,
ganz ohne Gefühl,
nehme unfassbar
ich hier meine
Umgebung wahr.

Statt manövriert
wird konfrontiert
in der Fußgängerzone.
Ausweichen? Rücksicht?
Es geht doch ohne!

Beim Anstehen,
in der Schlange gehen,
will ich nicht spüren
den Atem im Nacken,
Brüste, die mich berühren.

Allgemeine Schutzverletzung
ungewollter Intimvernetzung!
Fremde Privatsphäre
zu respektieren ist
edel. Zeugt von Ehre.

#193, RW, 2009-09-29 06:15 Uhr MESZ

(Robert’s Einverstandnis angenommen, ihn zitieren zu koennen)

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